Das Jahr 2019 brachte der ISVK erstmals seit neun Jahren keinen Verlust an Mitgliedern mehr, sondern einen winzigen Zuwachs: Zu Jahresbeginn hatten wir 134 und am Jahresende 135 Mitglieder, da im Jahresverlauf drei neue Mitglieder beigetreten sind, aber nur je ein Mitglied ausgetreten oder verstorben ist; mit diesen 135 Mitgliedern beginnen wir auch das Jahr 2020. Unsere Mitglieder brachten knapp 5.495 € an Beiträgen auf, rund 254 € weniger als im Vorjahr und im vierten Jahr in Folge unter sechstausend Euro; an Spenden (Zuwendungen) gingen rund 4.490 € ein, gut 1.460 € mehr als im Jahr zuvor. Aus Zahlungsauflagen der Justiz flossen uns im Berichtsjahr wohl erstmals in der Vereinsgeschichte überhaupt keine Mittel zu, im Vorjahr waren es immerhin noch 1.200 €. Für satzungsgemäße Aufgaben konnten wir diesmal nur knapp 4.375 € aufwenden; gegenüber 2018, als wir dafür noch rund 6.558 € ausgeben konnten, nahmen solche Aufwendungen also um rund 2.183 € ab. Unsere Verwaltungskosten machten im Berichtsjahr allerdings 5.134 € aus, knapp 606 € mehr als im Vorjahr, was auch auf die neue Produktion unserer Mitgliederinformationen als Farbkopien, auf die nun an jedes Mitglied versandten Geburtstagsglückwünsche und auf die letzte Portoerhöhung zurückzuführen ist. Wie in allen Jahren zuvor waren die Verwaltungskosten wieder vollständig aus dem Mitgliedsbeitragsaufkommen zu begleichen. Insgesamt ergab sich durch Einnahmen von fast 9.986 € und Ausgaben von knapp 10.844 € dieses Mal ein Ausgabenüberschuss von rund 858 €.

Weil uns im Berichtsjahr 2019 von der Justiz erstmals überhaupt keine Zahlungsauflagen zugewiesen wurden – die letzte ist im April 2018 von der Staatsanwaltschaft Osnabrück (Niedersachsen) eingegangen –, bestanden unsere fast gleich gebliebenen Einnahmen von knapp 9.986 € praktisch nur aus Mitgliedsbeiträgen (55 Prozent) und Zuwendungen (45 Prozent); Zinsen waren mit nur 0,71 € weiterhin unbeachtlich.

Für satzungsgemäße Aufgaben wendete die ISVK im Berichtsjahr fast 4.375 € auf, genau ein Drittel oder gut 2.183 € weniger als im Jahr zuvor und mit nur noch gut 40 Prozent der Ausgaben nicht mehr so viel wie in früheren Jahren. Als besonders erfolgversprechendes Einzelprojekt wurde die Konzeption der „Sprechverteidigung“ in Schleswig-Holstein aus sechs zweckgebundenen Zuwendungen mit 2.500 € gefördert, für eine Einrichtung der Polizei Thüringen (Jugendverkehrsschule Weimar) wurden aus zwei zweckgebundenen Zuwendungen Sachmittel für über 887 € beschafft, und die gewaltpräventive Kinder- und Jugendarbeit beim Musikwettbewerb „Weida rockt!“ in Thüringen wurde zum siebenten Mal mit nun 300 € bezuschusst. Die übrigen Mittel flossen vorwiegend in die Produktion von Werbeträgern für unsere Aktion „Ausatmen – Auflegen – Anrufen: 110“ gegen Trickbetrüger am Telefon, die auch auf dem 22. Europäischen Polizeikongress (19.-20. Februar 2019 in Berlin) präsentiert wurden.

Insgesamt beliefen sich unsere Ausgaben im Jahr 2019 auf knapp 10.844 €, mithin rund 1.466 € weniger als im Jahr zuvor, was vornehmlich auf weniger ausgereichte Projektfördermittel bei gleichzeitigem Mehraufwand für Verwaltungskosten zurückzuführen ist.

Unserer Presseaktion gegen Trickbetrüger am Telefon, die wir wie vorgesehen am 21. Januar 2019 gestartet hatten, wurde durch einen fast ganzseitigen eigenständigen Beitrag der BILD-Zeitung zum selben Thema vom folgenden Tag (22. Januar 2019) leider praktisch jegliche Wirkung genommen. Ansonsten gab es 2019 zu unseren Aktivitäten vier lokale Pressebeiträge in Berlin, in Niedersachen und in Schleswig-Holstein.

Die turnusmäßige Mitgliederversammlung und die anschließende jährliche Sitzung des Gesamtvorstands fanden am 30. März 2019 erstmals nicht am Vereinssitz in Berlin, sondern in Dissen am Teutoburger Wald in Niedersachsen statt, dem Bundesland mit unserem zweitstärksten Mitgliederanteil. Die Versammlung bestätigte den Gesamtvorstand, wie er zuletzt am 13. Mai 2017 in Berlin gewählt worden war, in seinen Ämtern; nur die satzungsgemäße Position des Vertreters des Protokollführers, die seit Ende 2017 vakant ist, konnte mangels einer Kandidatur weiterhin nicht besetzt werden. Der Geschäftsführende Vorstand tagte also auch an allen elf Sitzungen des Jahres 2019 mit nur sieben Mitgliedern.

Unsere Mitgliederinformationen, das tragende Element unserer internen Vorbeugungs- und Öffentlichkeitsarbeit, erschienen auch im Berichtsjahr wieder mit den üblichen vier quartalsweisen Ausgaben; allerdings wird die „gedruckte“ Auflage für den Postversand ab Mai 2019 (Nr. 2/2019) nicht mehr als Schwarzweiß-, sondern trotz deutlich höherer Kosten als Farbkopie produziert. – Die schon für 2018 in Aussicht gestellten Gespräche mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Landesbezirk Berlin, zur Vorbereitung einer neuen Initiative der externen Öffentlichkeitsarbeit sind nun erst für Februar 2020 angesetzt.

Die ISVK war auch im Jahr 2019 bei nur einem Anlass, nämlich der Verleihung des XY-Preises im Hauptstadtstudio des ZDF (20. November 2019), offiziell vertreten – dieses Mal durch den Vorsitzenden und den 1. Geschäftsführer.

Durch den Ausgabenüberschuss von fast 858 € im Berichtsjahr verminderte sich unser Geldbestand zum Jahresende zwar auf gut 8.441 €, die Finanzierung der schon seit 2017 intensivierten Vorhaben – unsere Verhaltenstrainerfortbildungen in Niedersachsen und die Förderung der Projekte in Schleswig-Holstein – ist damit aber jedenfalls auch für 2020 gewährleistet. Dabei erscheinen uns insbesondere die geplanten Aktivitäten unseres schleswig-holsteinischen Regionalbeauftragten zur Verbreitung der „Sprechverteidigung“ speziell durch den Einsatz von digitalen Medien überaus erfolgversprechend.

Winfried Roll, Kriminaldirektor a. D., 1. Geschäftsführer