Auch 2012 konsolidierte sich die finanzielle Situation unserer ISVK weiter auf sehr niedrigem Niveau, was erneut nur wenige namhafte Förderungen zuließ. Von der Justiz flossen uns lediglich 250 € aus bezahlten Zahlungsauflagen zu, 3.900 € weniger als im Vorjahr; das war der nach 2009 zweitniedrigste uns je von dort zugegangene Jahresbetrag. Es gelang auch nicht, die Mitgliederzahl zu halten: Zu Jahresbeginn 2012 zählten wir 180 Mitglieder, am Jahresende nur noch 179, von denen drei mit dem Jahreswechsel austraten. Gleichwohl brachten sie 7.169 € an Beiträgen auf – 108 € mehr als im Vorjahr. An Zuwendungen („Spenden“) gingen 4.470 € ein, 1.355 € mehr als im Jahr zuvor. So konnten wir diesmal rund 9.067 € für Kriminalprävention ausgeben; gegenüber 2011, als wir dafür nur knapp 6.729 € ausgaben, nahmen unsere Aufwendungen für satzungsgemäße Aufgaben dieses Jahr so um rund 2.338 € zu. Unsere Verwaltungskosten von rund 5.351 € waren – wie in den Vorjahren – wieder vollständig aus dem Mitgliedsbeitragsaufkommen zu begleichen.

Im Berichtsjahr wurden zwar Zahlungsauflagen der Justiz im Betrag von 2.750 € fällig, tatsächlich sind uns aber nur 250 € zugeflossen, nämlich 150 € zu einer Auflage von Ende 2011 aus Niedersachsen (StA Osna­brück) und 100 € aus Mecklenburg-Vorpommern (StA Rostock). Zwei größere Zahlungsauflagen aus Thüringen (StA Gera) von zusammen 2.500 € blieben unbezahlt. Die Berliner Justiz bedachte uns erneut nicht.

Nach den enttäuschenden Ergebnissen der Briefaktion von 2010 an die Parlamentspräsidenten und Justizminister/-senatoren der Länder und der umfangreichen Darstellung unserer Tätigkeit in der Fachzeitschrift „der kriminalist“ des Bundes Deutscher Kriminalbeamter im Jahr 2011 wurden im Berichtsjahr keine vergleichbaren Werbeaktivitäten mehr versucht.

Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen (7.169 €) und aus Zuwendungen (4.470 €) – diese überwiegend aus Akquisitionen unseres Regionalbeauftragten für Hessen, Kurt Maier, sowie unseres Berliner Mitgliedes Jens Wagner – stiegen im Vergleich zu 2011 teils deutlich an, während die Zuflüsse aus Zinsen (knapp 65 €) geringfügig zurückgingen. Insgesamt lagen die Einnahmen im Berichtsjahr bei knapp 11.954 € und damit um rund 3.356 € niedriger als im Vorjahr, was vornehmlich den ausgebliebenen Zahlungsauflagen der Justiz zuzuschreiben ist.

Der Geschäftsführende Vorstand konnte trotz der geringen Mittelzuflüsse aus Zuweisungen der Justiz im Berichtsjahr alle Förderanträge bewilligen und für satzungsgemäße Aufgaben 9.067 € ausgeben. So stiftete die ISVK 2012 zum elften Mal in Folge einen Sonderpreis zum Berliner Präventionspreis, der wieder mit 1.000 € dotiert war und am 16. Oktober 2012 im Rathaus Schöneberg an die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin (pad e. V.) für deren „UPDATE-Elternkurse“ überreicht wurde. Hier arbeiten wir weiter eng mit der Landeskommission Berlin gegen Gewalt zusammen: Die ISVK war zum vierten Mal durch ihren Stellvertretenden Vorsitzenden, Prof. Heinz Jankowiak, in der Jury zur Vergabe des Präventionspreises und der Sonderpreise vertreten.

Weitere Projektförderungen flossen nach Niedersachsen (insgesamt 3.332 € für Materialien zu Zivilcouragetrainings, für ein einjähriges Gewaltpräventionsprojekt an einer Schule und für zwei Anti-Gewalt-Trainings an Kindertagesstätten), Hessen (insgesamt 2.000 € für zehn Anti-Gewalt-Trainings an sechs Kindertagesstätten und bei einer Schwimmsportjugendgruppe), Baden-Württemberg (1.000 € Zuschuss an unseren Kooperationspartner Wir stärken Dich e. V. für die Produktion eines Handbuchs zur Gewaltprävention im Kindergarten), Thüringen (200 € für einen Musikwettbewerb für Jugendliche) und letztlich auch Berlin (wieder 95 € für das Drachenbootprojekt der Berliner Polizei).

Insgesamt beliefen sich unsere Ausgaben im Jahr 2012 auf rund 16.225 €, mithin knapp 2.037 € mehr als im Jahr zuvor, was im Wesentlichen auf die um 2.338 € höheren Aufwendungen für satzungsgemäße Aufgaben zurückzuführen war. Mit insgesamt rund 5.351 € war der Verwaltungskostenaufwand – abgesehen vom Jahr 2009, als Umzugs- und Renovierungskosten anfielen – der niedrigste seit 2005, dem Jahr der Amtsübernahme durch den 1. Geschäftsführer. Das wurde vor allem durch konsequente Einsparungen erreicht, unter anderem durch den Verzicht auf eine Ersatzbeschaffung für unseren irreparablen DIN A 3-Bürokopierer.

Von der turnusmäßigen jährlichen Sitzung des Gesamtvorstandes vom 5. Mai 2012 in Berlin, an der fünf der 18 Vorstandsmitglieder – darunter vier unserer sechs Regionalbeauftragten – nicht teilnehmen konnten, gingen im Gegensatz zum Vorjahr dieses Mal keine weiteren richtungweisenden Impulse etwa zu Zivilcourageprojekten oder zur Gewinnung neuer Mitglieder aus.

Teils zusammen mit Mitgliedern des Gesamtvorstandes vertrat der 1. Geschäftsführer die ISVK im Jahr 2012 wieder bei nur drei Anlässen, nämlich bei der Auftaktveranstaltung der Kampagne vom WEISSEN RING „Sei stark. Hol dir Hilfe!“ (22. März), beim Start der von uns gesponserten Mannschaft des Drachenbootprojekts der Berliner Polizei im 3. Drachenbootcup (5. Mai) sowie auf dem 12. Berliner Präventionstag mit der Übergabe des Berliner Präventionspreises und der Sonderpreise hierzu (16. Oktober). Die Berliner Medien nahmen von der Beteiligung unserer ISVK an öffentlichen Ereignissen wiederum keine Notiz.

Für 2013 ist unter anderem die Fortsetzung unserer Verhaltenstrainerseminare (teils in Zusammenarbeit mit der Universität Amsterdam), unserer Anti-Gewalt-Trainings und unserer Beteiligung an einem wissenschaftlichen Projekt zur Gewaltprävention im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen konkret geplant.

Winfried Roll, Kriminaldirektor a. D., 1. Geschäftsführer